Architekturpreise
Siedlung Buchheimer Weg Köln, Ersatz-Neubau einer 50er-Jahre Wohnsiedlung
Siedlung Buchheimer Weg Köln, Ersatz-Neubau einer 50er-Jahre Wohnsiedlung
Siedlung Buchheimer Weg Köln, Ersatz-Neubau einer 50er-Jahre Wohnsiedlung
Fotos: Jens Willebrand, Köln
Preis:Kölner Architekturpreis 2014
Titel:Siedlung Buchheimer Weg Köln, Ersatz-Neubau einer 50er-Jahre Wohnsiedlung
Ort:Buchheimer Weg und Grevenstrasse, Köln
Architekt:ASTOC Architects and Planners, Köln und Landschaftsarchitekt: urbane gestalt - johannes böttger landschaftsarchitekten, Köln
Bauherr:GAG Immobilien AG, Köln

 

 

Juryurteil "Architekturpreis NRW 2015"

Das Siedlungsprojekt ist in erster Linie vor dem Hintergrund der politischen Zielsetzung zu würdigen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – durchaus nicht selbstverständlich im Zuge eines qualitätsverbessernden Ersatzneubaus. Vielmehr führen im europäischen Vergleich derartige Maßnahmen häufig dazu, die angestammten Bewohner immer weiter an die Peripherie abzudrängen. Dagegen wird mit den Ersatzneubauten am Buchheimer Weg in Köln auf überzeugende Weise demonstriert, dass eine städtische Nachverdichtung in der Lage ist, sowohl einen zeitgemäßen leistbaren Wohnungsstandard als auch gleichzeitig Raum für diverse nachbarschaftliche Funktionen zu bieten. Über eine geringfügige Verbreiterung und Aufstockung der Zeile, gepaart mit einer außenraumwirksamen Abknickung, werden differenzierte und gut nutzbare Freiräume geschaffen, die weit über das Angebot der ersetzten Siedlung hinausführen. Das Projekt demonstriert eine neue Tauglichkeit der Zeilenstruktur und eine urbane Maßstäblichkeit.

 

Juryurteil "Kölner Architekturpreis 2014"

Die Siedlung ersetzt eine locker gegliederte Zeilenstruktur der 50er Jahre und interpretiert diese eigenständig. Die neu entstandene Zeilenstruktur erhöht die Bebauungsdichte im Quartier und schafft zeitgemäße Wohnungsgrößen und Grünräume. Neben sozialem Wohnungsbau bietet die Siedlung Raum für diverse nachbarschaftliche Funktionen.

Die Jury würdigt den konsequenten und sorgfältigen Umgang des Projektes mit dem städtebaulichen Erbe der Nachkriegszeit. Mit einfachen gestalterischen Mitteln wie Abknickung der einzelnen Zeilengebäude, einheitlicher Farbgestaltung und skulpturaler Volumetrie wurden eigenständige Räume zwischen den Gebäuden geschaffen. Die Freiräume dienen der Orientierung und Adressbildung im Quartier. An die Stelle herkömmlich anonymer Grünflächen tritt eine Raumfolge abwechslungsreicher, gut nutzbarer Freiräume mit teilweise privatgartenähnlichen, teilweise parkähnlichen Qualitäten, die es vermag die Bewohner der Anlage zusammenzubringen. Trotz begrenzten Budgets entstand am Buchheimer Weg ein lebendiges städtebauliches Ensemble, das als beispielhaftes Projekt für städtische Nachverdichtung in die Jahre gekommener Nachkriegsstrukturen gesehen werden kann, und das dennoch seinen modernen Kontext nicht leugnet.

Seite drucken

Seite versenden