Architekturpreise
Folkwang Bibliothek
Folkwang Bibliothek
Folkwang Bibliothek
Fotos: Stefan Müller
Preis:Auszeichnung guter Bauten 2014 des BDA Essen
Titel:Folkwang Bibliothek
Ort:Essen, Klemensborn 37
Architekt:Max Dudler, Berlin
Bauherr:BLB NRW, Niederlassung Duisburg

 

 

Juryurteil "Architekturpreis NRW 2015"

Der Neubau der Bibliothek der Folkwang Universität vervollständigt das Ensemble der Folkwangschule in den Bauten der ehemaligen bischöflichen Residenz in Essen-Werden.

Die Arbeit Dudlers besticht durch eine sehr überzeugende Klärung der komplexen städtebaulichen Situation. Der zeitgenössischen gläsernen Zutat des beeindruckenden gläsernen Neubaus gelingt es, sich sehr geschickt in den historischen Rahmen des Ensembles einzufügen und sich gleichzeitig selbstbewusst gegenüber den monumentalen Gebäuden der Residenz zu behaupten.

Im Inneren überzeugt die Bibliothek durch eine sehr ruhige Atmosphäre, die wesentlich geprägt wird durch den Lichteinfall der mit Steinmotiven bedruckten Fassade. Der große zentrale Lesesaal schafft einen würdevollen und großzügigen Rahmen, der Studierende zur konzentrierten, stillen Arbeit einlädt.

 

Juryurteil "Auszeichnung guter Bauten 2014"

Mit bemerkenswerter Sicherheit schafft es der Architekt die geforderte städtebauliche Aufgabe in der bischöflichen Residenz, welche heute von der Folkwangschule genutzt wird zu lösen. Ein mit entsprechendem Abstand zum Bestand präzise gesetzter, trapezförmiger Baukörper ergänzt die historische Hofanlage, von dort er auch richtigerweise erschlossen wird. Der als Bibliothek genutzte Zweckbau steht in seiner kubischen Haltung im Kontrast zur vorhandene, barocken Baustruktur. Seine Anmut gewinnt er aus einer schlichten, flächigen structural-glazing Fassade, die aus bedruckten Gläsern mit Motiven aus Steinblöcken besteht, was durchaus kontrovers diskutiert wurde.

Sein dadurch belebtes Gesamtbild harmoniert in hervorragender Weise mit den gelben Putzbauten und dem lebendigen Kopfsteinpflaster des Innenhofs.

Wenn auch das Innere der Bibliothek in seiner Gliederung und Materialität bereits von anderen Bibliotheksbauten des Architekten bekannt ist, schmälert dies keineswegs die angemessene und konzentrierte Atmosphäre des Lesesaals und der umgebenden Bibliotheksräumen. Nahezu sämtliche Details sind auf gleichem, hohem architektonischem Niveau ausformuliert und tragen ebenfalls dem zeitlosen Anspruch der Aufgabe Rechnung.

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