Architekturpreise
Gemeinschafts-Wohnprojekt "Pöstenhof"
Gemeinschafts-Wohnprojekt
Gemeinschafts-Wohnprojekt
Fotos: Christian Eblenkamp
Preis:Auszeichnung guter Bauten 2014 des BDA Ostwestfalen-Lippe
Titel:Gemeinschafts-Wohnprojekt "Pöstenhof"
Ort:Hinter den Pösten 2a, Lemgo
Architekt:h.s.d. architekten BDA, Lemgo
Bauherr:Wohnbau Lemgo eG

 

 

Juryurteil "Architekturpreis NRW 2015"

Das Gemeinschafts-Wohnprojekt „Pöstenhof“ in Lemgo zeichnet sich in einem ansonsten heterogen bebauten Wohngebiet sowohl durch seine architektonische und städtebauliche Qualität, die geeignet ist, dem Quartier als neuer Bezugsort zu dienen, als auch durch seine Nutzungsqualität aus. Die Mischung von Mietwohnungen nach dem Prinzip des kleinen Dorfes in verschiedenen Größen und Preisniveaus (teilweise öffentlich geförderter sozialer Wohnungsbau), ergänzt um Gemeinschaftsräume und Einrichtungen der Tagespflege, ermöglicht ein Zusammenleben verschiedener Generationen in einem ansprechenden Gebäudekomplex. Das Projekt steht in besonderer Weise für zeitgemäßen Geschosswohnungsbau in hoher Qualität mit Mehrwert für das umgebende Quartier und sozialem Anspruch.

Juryurteil "Auszeichnung guter Bauten 2014"

In einer sich zunehmend entsolidarisierenden Gesellschaft mit sich auflösenden familiären Strukturen wächst das Bedürfnis nach neuen Lebensformen, die Gemeinsamkeit und Individualität zugleich zulassen.

Nach dem Konzept des gestapelten, "kleinen Dorfes" wurden differenziert ausgebildete, öffentliche und private Räume entwickelt und moderne Wohnangebote für alle Altersklassen und Bewohner mit unterschiedlichen Interessen, Begabungen und Budgets entwickelt. So gelang es, einen attraktiven, baulichen Rahmen zu schaffen, der mit dem zusätzlichen Angebot einer Tagespflegeeinrichtung und den vermietbaren, zum öffentlichen Platz hin orientierten Gemeinschaftsräumen Strahlkraft in das umgebende, heterogen in Erscheinung tretende Wohngebiet entfaltet. Dadurch hat der Pöstenhof das Potenzial, sich zum Quartiersmittelpunkt in einer ansonsten auf sich selbst bezogenen Nachbarschaft zu entwickeln.

Das soziale Grundprinzip des Wohnprojektes, gegenseitiges Geben und Nehmen, Kommunikation und miteinander Zeit verbringen, wird durch das offene Erschließungssystem und das Spiel der versetzt zueinander angeordneten Freisitze gefördert. Geboten sind die Möglichkeiten der Kontaktnahme im halböffentlichen Raum als auch des individuellen Rückzugs.

Bautechnische Details wie beispielsweise die Ausbildung der mäandrierenden Fassade oder die des Laubengangs, der mit seinen schlanken, in rhythmisch wechselnden Abständen gesetzten Stützen je nach Standpunkt des Betrachters offen oder geschlossen in Erscheinung tritt, zeugen von der hohen, baulichen Qualität des Projektes.

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