Architekturpreise
Bauliche und energetische Instandsetzung der Geschwister-Scholl-Schule
Bauliche und energetische Instandsetzung der Geschwister-Scholl-Schule
Bauliche und energetische Instandsetzung der Geschwister-Scholl-Schule
Fotos: Eva Schwarz, Dortmund
Preis:Auszeichnung guter Bauten 2014 des BDA Dortmund Hamm Unna
Titel:Bauliche und energetische Instandsetzung der Geschwister-Scholl-Schule
Ort:Holtgrevenstraße 2-6, Lünen
Architekt:Spital-Frenking + Schwarz Architekten Stadtplaner BDA, Lüdinghausen / Dortmund
Bauherr:Stadt Lünen, Wüstenrot Stiftung

 

Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Lünen ist eines der wertvollsten Denkmale der Bundesrepublik. Seit 1985 wird die Schule als Baudenkmal des Landes NRW gewürdigt. Die Schule gilt darüber hinaus in der stets aktuellen Debatte um zeitgemäße Schulformen und Schulbauten weltweit als wegweisendes reformpädagogisches Projekt. Hans Scharoun hat seinerzeit für die Schülerinnen der unterschiedlichen Jahrgänge Klassenwohnungen konzipiert, die durch ihre unterschiedliche Offenheit dem allgemeinen Schulleben gegenüber, dem jeweiligen Entwicklungstand der Kinder und jungen Erwachsenen entsprachen. Ziel der Instandsetzung war es, die Scharounsche Architektur wieder erlebbar zu machen: Räumliche Zusammenhänge wurden wiederhergestellt und störende Anund Einbauten zurückgebaut. Gleichzeitig ist das ursprüngliche, sehr differenzierte Lichtkonzept wieder erfahrbar, Oberfl ächen wurden instandgesetzt, und das Farbenspiel wurde durch aufwendige Arbeiten an den Wand- und Deckenoberfl ächen dem bauzeitlichen Zustand angenähert. Nach der umfangreichen Sanierung zeigt der Bau, der für viele Besucher der Stadt von großer Bedeutung ist, heute wieder seine hohe räumliche und gestalterische Qualität.

Juryurteil "Architekturpreis NRW 2015"

Die von Hans Scharoun in den 1950er Jahren errichtete Schule zeichnet sich durch ein hoch differenziertes baulich-funktionales Konzept und eine horizontal und vertikal vielfach gegliederte Raumfolge und Gebäudetopographie aus. Materialität, der Umgang mit Gebäudeöffnungen und natürlicher Belichtung und die insgesamt filigrane Konstruktion von Wänden, Dächern, Fenstern erfolgten mit den technischen Möglichkeiten der Bauzeit. Die unausweichlichen Bauschäden hätten fast zu einem Abriss dieses bedeutenden Baudenkmals geführt.

Dem öffentlichen Diskurs im Vorfeld der Sanierung ist es gelungen, die Qualitäten des Gebäudes ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die sorgfältige, denkmalgerechte und dennoch bautechnisch zeitgemäße Sanierung hat sowohl die hohen architektonischen als auch die Nutzungsqualitäten der Schule in vorbildlicher Weise bewahrt. Prozess und Ergebnis sind Ausdruck für eine baukulturelle Haltung, die einen angemessenen baulichen Umgang mit einem herausragenden Schulgebäude der 1950er Jahre ermöglicht hat.

Juryurteil "Auszeichnung guter Bauten 2014"

Eines der wertvollsten Denkmale der Bundesrepublik Deutschland in neuem Glanz. Die Scharounsche Architektur wurde in akribischer, ja geradezu archäologischer Arbeit wieder zu einem Baukunst-Erlebnis. Saniert wurde sehr gründlich, sehr differenziert, herausgearbeitet wurden die hohe räumliche und gestalterische Qualität, das differenzierte Lichtkonzept ist wieder erfahrbar.

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